Wissenschaftler*innen um Baedecker (2012) fanden heraus, dass eine durchschnittliche Bohrmaschine insgesamt 300 Stunden genutzt werden kann, tatsächlich jedoch nur rund 45 Stunden über ihre gesamte Lebensdauer genutzt wird.

Die Bohrmaschine ist nur eines von vielen Beispielen für Gegenstände, die wir nur temporär – also ein- bis zweimal im Jahr – nutzen. Anstatt den Rest des Jahres ungenutzt im Regal zu liegen, könnten solche Gegenstände in dieser Zeit ebenso gut von anderen Menschen genutzt werden. Hier macht das Konzept der Bibliothek der Dinge besonders viel Sinn!

Von Akkuschrauber bis VR-Brille: Der Bestand der Bibliothek der Dinge in der Humboldt-Bibliothek wird kontinuierlich erweitert.

Ressourcen werden effizient genutzt und zugleich die Umwelt geschont. Dingbibliotheken werden bereits in vielen öffentlichen Bibliotheken angeboten – und es werden immer mehr. Unterstützen Sie das Angebot in Ihrer Umgebung und leisten Sie einen Beitrag zum Erhalt der Lebensgrundlagen für kommende Generationen und alle Lebewesen. Sich hierbei allein auf Unternehmen zu verlassen, ist problematisch. Die Unterstützung von Bibliotheken der Dinge setzt ein wichtiges Signal an den Markt und regt Unternehmen dazu an, ihre Produktionsweisen stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten.

Vielleicht brauchen wir nicht immer mehr Besitz, sondern bessere Wege, Dinge miteinander zu teilen. Es braucht keine hundert Bohrmaschinen in hundert Kellern, wenn eine von vielen genutzt werden kann. Die Bibliothek der Dinge zeigt, dass wir auf nichts verzichten müssen, um nachhaltig zu leben, sondern einfach Zugang neu denken müssen.

Wunschbox in der Bibliothek der Dinge in der Humboldt-Bibliothek.

Sie können in fast jeder Bibliothek der Dinge ihre Anschaffungswünsche äußern, so bauen Sie nicht nur den Bestand mit auf, sondern tragen auch aktiv dazu bei, dass das Angebot besser an die Bedürfnisse der Nutzer*innen angepasst wird.

Vielleicht ist das Leihen von Dingen nicht das Ende des Konsums – sondern seine zukunftsfähige Weiterentwicklung. Denn die Klimaziele machen deutlich: Wir brauchen eine Konsumwende!


Quellenangabe:
Baedeker et al. (2012). Nutzen statt Besitzen: Auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Konsumkultur ; eine Kurzstudie., Bd. 27. Zugriff am 4. November 2025. https://www.boell.de/de/oekologie/oekologische-marktwirtschaft-studie-nutzen-statt-besitzen-15926.html

One thought on "Bohrmaschinen in der Stadtbibliothek"

  1. Martina sagt:

    Das ist ein wirklich tolles Konzept! In meiner örtlichen Bibliothek kann man auch Dinge ausleihen, sogar ein SUP Board!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert